Wie du deine Fluggastrechte erfolgreich durchsetzt

by | 10 Aug, 2020


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Wie du dir sicherlich vorstellen kannst, sind die meisten Fluggesellschaften keine Fans davon, irgendwelche EntschĂ€digungen zu zahlen oder Kosten und GebĂŒhren zurĂŒckzuerstatten. Die Chance, dass du bei einer Forderung erstmal abgeblockt wirst, stehen daher leider ziemlich gut.

Bei FlugverspĂ€tungen und Flugannullierungen verwenden sie am liebsten die Ausrede: „Höhere Gewalt (Force Majeure)!“, um sich vor EntschĂ€digungszahlungen zu drĂŒcken.

Leider ist der Begriff der „außergewöhnliche UmstĂ€nde“ (= Höhere Gewalt) nicht in den EU-Fluggastregeln definiert und lĂ€sst so viel Spielraum fĂŒr die Airline zu.

Hinweis: Dies ist keine Rechtsberatung! Ich bin kein Anwalt oder sonstiger Rechtsexperte und kann und darf dir Rechtsberatung bieten. Ich versuche dir hier lediglich, nach bestem Wissen und Gewissen, eine kurze Übersicht ĂŒber deine EU-Fluggastrechte zu geben.

Zu „Höhere Gewalt“ zĂ€hlen z.B.:

  • unzumutbare Wetterbedingungen, welche den Flugverkehr gefĂ€hrden
  • ein technischer Defekt, der nicht auf Wartung zurĂŒckzufĂŒhren ist, sondern Ă€ußere Ursachen wie z.B. einen Vogelschlag hat
  • unvorhersehbare Streiks
  • medizinische NotfĂ€lle an Bord des Flugzeugs
  • Naturkatastrophen wie z.B. ein Vulkanausbruch
  • TerroranschlĂ€ge
  • unklare politische VerhĂ€ltnisse (politische InstabilitĂ€t)

NatĂŒrlich handelt es sich nicht immer um außergewöhnliche UmstĂ€nde wie es dir die Fluggesellschaften erzĂ€hlen wollen, so dass dir oft eigentlich eine EntschĂ€digung zusteht. Die Airlines haben aber halt die Hoffnung, dass du dich mit der einfachen und nix sagenden Antwort: „Höhere Gewalt (Force Majeure)!“ zufriedengibst und keine Lust hast weitere Schritte einzuleiten.

Was diese weiteren Schritte angeht, hast du jedoch ein paar sehr attraktive Optionen.

Du könntest z.B. eine Schlichtungsstelle oder ein Fluggastrecht-Portal (≈ AnwĂ€lte auf Provisionsbasis) einschalten, welche fĂŒr dich mit keinerlei Risiken und Kosten verbunden sind, wenn du keinen Erfolg mit deiner Forderung hast. FĂŒr die Airline wĂ€ren diese Schritte jedoch mit Kosten verbunden, weshalb sie lieber auf sie verzichten wĂŒrden.

Selbst wenn die Fluggesellschaft sich im Recht sieht, vielleicht sogar ist, kann alleine das Drohen mit diesen Optionen helfen, dass sich die Fluggesellschaft sehr kulant zeigt und dir eine EntschÀdigung bewilligt.

Ich möchte dir hier einen kleinen Leitfaden in die Hand geben wie du deine Forderungen am besten durchsetzen könntest.

 

Anleitung:

1.  Beweise sammeln:

Bei VerspĂ€tungen, Annullierungen und Überbuchungen:

  • Fotografiere am Zielort die Ankunftstafel oder mache ein Screenshot von den Ankunftsdaten einer Flight Tracker App (z.B. FlightStats/Flightradar24)
  • Lasse dir am Flughafen die VerspĂ€tung, mit genauer BegrĂŒndung schriftlich, bestĂ€tigen und gebe dich dabei nicht mit der einfachen Antwort: „Höhere Gewalt!“ zufrieden
  • Tausche mit anderen Betreffenden Kontaktdaten aus, damit ihr euch als Zeugen benennen könnt
  • Quittungen fĂŒr Betreuungsleistungen:
    • Mahlzeiten und GetrĂ€nke
    • 2x kostenlose TelefongesprĂ€che fĂŒhren, Faxe senden oder E-Mails senden
    • Hotelzimmer und die Beförderung zwischen Hotel und Flughafen, wenn der Flug erst am nĂ€chsten Tag stattfinden sollte
  • Flug-/Reiseticket

Bei Änderungen der Sitzplatzklasse:

  • Screenshoot bei der Buchung (Error Fare)
  • BuchungsbestĂ€tigung
  • Flug-/Reiseticket
  • Bordkarte mit Aufkleber der GepĂ€ckregistrierungsnummer

Bei GepÀckverspÀtungen, GepÀckverlust und GepÀckbeschÀdigungen:

  • Fotos von deinem GepĂ€ck bei Reiseantritt
  • Fotos von deinem beschĂ€digten GepĂ€ck
  • Verlustanzeige/Schadensanzeige (PIR-Property Irregularity Report)
  • Baggage Claim Questionnaire
  • Flug-/Reiseticket
  • Bordkarte mit Aufkleber der GepĂ€ckregistrierungsnummer
  • GepĂ€ckstreifen
  • Quittungen fĂŒr ErsatzkĂ€ufe
  • Quittungen fĂŒr beschĂ€digtes oder verlorenes ReisegepĂ€ck

2.  EntschÀdigung von der Fluggesellschaft einfordern:

Es ist sehr wichtig, dass du bei deiner Forderung folgende Punkte beachtest.

‱  Die Forderung in der korrekten Form stellen:

Hier sind ein paar richtig gute Mustervorlagen der Bayerischen Verbraucherzentrale, welche du fĂŒr verschiede Flugprobleme super verwenden kannst:

FĂŒr Probleme mit dem GepĂ€ck habe ich auf der österreichischen Seite „Verbraucherrecht“ ein paar gute Mustervorlagen gefunden:

Es ist dabei immer extrem wichtig, dass du der Fluggesellschaft eine Frist von mindestens zwei Wochen setzt!

Bei einer spĂ€teren gerichtlichen Auseinandersetzung mĂŒsste dadurch die die Fluggesellschaft deine Anwaltskosten tragen, wenn die Entscheidung zu deinen Gunsten ausgeht.

Hier ist auch noch mal das EU-Beschwerdeformular fĂŒr Fluggastrechte von der Webseite der EuropĂ€ischen Kommission, welches du eventuell auch noch zusĂ€tzlich mitsenden könntest.

Leider enthĂ€lt dies keine Zahlungsfrist. Zur Sicherheit solltest du die Zahlungsfrist, noch mal auf das EU-Beschwerdeformular hinzufĂŒgen.

‱  Die Forderung an die richtige Anschrift adressieren:

Frage bei der Fluggesellschaft nach, wo du deine Forderung stellen sollst.

Bei einigen Airlines kannst du deine Forderung auf deren Webseite beantragen.

‱  Die Forderung per Einschreiben senden:

Solltest du eine Adresse bekommen, sende deine Forderung am besten per Einschreiben.

Beim Einschreiben bekommst du immer eine VersandbestÀtigung, die dir als Beweis dienen kann.

3.  Mit einer Schlichtungsstelle und dem Anwalt drohen:

FĂŒr den nicht ganz unwahrscheinlichen Fall, dass die Fluggesellschaft deine EntschĂ€digung erstmal ablehnt oder sich gar nicht erst zurĂŒckmeldet, und dir das Geld nach der 2 Wochen Frist nicht bezahlt, solltest du deinen Ton verschĂ€rfen und ihr damit drohen eine Schlichtungsstelle und wenn nötig auch einen Anwalt einzuschalten.

HÀufig knicken die Fluggesellschaft dann ein und zahlen dir lieber die EntschÀdigung.

4.  Eventuell eine Schlichtungsstelle einschalten:

Theoretisch könntest du deinen Fall bei der Schlichtungsstelle einreichen.

Dies wĂ€re fĂŒr dich zwar wieder mit BĂŒrokratie verbunden, aber zumindest ist sie fĂŒr dich kostenlos. Ganz im Gegensatz fĂŒr die Airline, die hier VerfahrensgebĂŒhren von einigen hundert Euro zahlen mĂŒsste. Du kannst dir also gut vorstellen, warum die Fluggesellschaft dem lieber aus dem Weg gehen wĂŒrde.

Leider ist die ausgesprochene Schlichtungsempfehlung nicht bindend fĂŒr die Airline, so dass sie dir auch weiterhin eine EntschĂ€digung verweigern könnte.

Sofern dich aber der bĂŒrokratische Aufwand nicht kratzt, ist es zumindest eine risiko- und kostenlose Chance den vollen Betrag, einer EntschĂ€digung zu erhalten. Du kannst danach immer noch rechtliche Schritte einleiten, wenn es nicht von Erfolg gekrönt ist.

Ist die Fluggesellschaft ein Mitglied der „Schlichtungsstelle fĂŒr den öffentlichen Personenverkehr e.V.“ (kurz: söp), musst du dort deine Beschwerde einreichen. Bevor du dies machst, schau die hier noch mal deren Verfahrensordnung an.

Soviel ich erfahren habe, soll das Verfahren nicht lÀnger als drei Monate dauern. Sehr hÀufig ist es wohl schon innerhalb des ersten Monats abgeschlossen.

Wenn die Fluggesellschaft kein Mitglied der „söp“ ist, dann ist die „Schlichtungsstelle Luftverkehr“ beim Bundesamt fĂŒr Justiz (BfJ) zustĂ€ndig.

5.  Die Möglichkeit in Betracht ziehen, die zustÀndige Luftfahrt Behörde zu kontaktieren:

ZustÀndig ist immer das Land, in dem du einreist.

In Deutschland wĂ€re es das „Luftfahrt-Bundesamt (LBA)“.

FĂŒr andere europĂ€ische LĂ€nder findest du die zustĂ€ndigen Behörden in der Liste „National Enforcement Bodies under Regulation [EC] 261/2004“ (https://ec.europa.eu/transport/sites/transport/files/2004_261_national_enforcement_bodies.pdf) auf der auf der Webseite der EuropĂ€ischen Kommission.

Leider habe ich noch nicht allzu viele positive Sachen hierĂŒber gelesen und kann nicht sagen, ob dies reine Zeitverschwendung wĂ€re.

6.  Einen eigenen Anwalt oder ein Fluggastrecht-Portal (z.B. FairPlane) einschalten:

Der eigene Anwalt bietet den Vorteil, dass du den vollen Betrag der EntschĂ€digung erhalten wĂŒrdest. Sofern du der Airline in deiner Forderung eine Zahlungsfrist von mindestens zwei Wochen gesetzt hast, muss die Airline ebenfalls deine Anwaltskosten zahlen, wenn sie gleich nach der Drohung des Anwaltes bezahlen sollte oder wenn das Verfahren zu deinen Gunsten ausgehen sollte. Das Problem ist natĂŒrlich, dass du auf den Kosten sitzen bleiben wĂŒrdest, wenn du das Verfahren verlieren solltest.

Sofern du also nicht super sicher bist, dass du auf jeden Fall recht bekommen wirst, ist es besser ein Fluggastrecht-Portal wie z.B. FairPlane einzuschalten. Die Fluggastrecht-Portale ĂŒbernehmen dein Risiko, so das fĂŒr dich keine Kosten entstehen werden, wenn deine Forderung nicht von Erfolg gekrönt wird. FĂŒr den Fall, dass sie eine EntschĂ€digung fĂŒr dich erwirken können, ziehen sie sich jedoch eine saftige Provision von meist ca. 29% von deiner EntschĂ€digung ab.

Fluggastrecht-Portale:

 

Schlusswort:

Leider kommst du manchmal nicht darum herum, um dein recht kĂ€mpfen zu mĂŒssen. Viele Fluggesellschaften werden es dir nicht einfach machen, eine EntschĂ€digung, von ihnen zu bekommen.

Sofern GrĂŒnde wie „Höhere Gewalt“ genannt werden, ist es fĂŒr dich manchmal sehr schwer diese Nachzuvollziehen und nach Korrektheit bewerten zu können. Zumindest mit den Fluggastrecht-Portalen hast du eine super Option, welche dich nicht sehr viel Arbeit kostet und mit keinerlei Risiken verbunden ist.

GrundsĂ€tzlich wĂŒrde ich dir immer empfehlen es mit einer EntschĂ€digung zu probieren. Selbst wenn du eher pessimistisch bist, kannst du letztlich auch mal GlĂŒck haben, dass sich die Airline kulant zeigt.

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